Ob Hypnose zulässig oder problematisch ist, hängt von ihrem Verwendungszweck ab.
1.Heutzutage gehört Hypnose zu den Methoden, die von einigen religiös erscheinenden Organisationen genutzt werden. Besteht eine Verbindung zu solchen Gruppierungen, sollte man sich davon fernhalten. Denn diese Praktiken können mit der Zeit rituellen Charakter annehmen und wie eine Form der religiösen Handlung wahrgenommen werden. Dies kann ein Risiko für den Glauben darstellen.
Ein weiterer Aspekt ist, dass die religiöse Verantwortlichkeit (Taklīf) des Menschen an das Vorhandensein eines gesunden und funktionierenden Verstandes gebunden ist. Wird die Funktion des Verstandes eingeschränkt, kann dies die Verantwortlichkeit beeinträchtigen. Da Hypnose in gewisser Weise eine Einschränkung der geistigen Funktionen bewirken kann, sollte man solche Praktiken – außer in Fällen echter Notwendigkeit – vermeiden.
2.Eine solche Notwendigkeit kann bei bestimmten psychischen Störungen vorliegen, sofern die Anwendung durch qualifizierte Fachpersonen erfolgt. Gemeint sind hier nicht Personen mit kurzen, oberflächlichen Schulungen, deren Anwendungen erhebliche Risiken bergen und daher unbedingt zu vermeiden sind. Vielmehr sind damit Fachkräfte gemeint, die eine fundierte Ausbildung in Psychologie oder Psychiatrie sowie entsprechende Zusatzqualifikationen in Hypnose erworben haben. Wenn solche qualifizierten Fachpersonen Hypnose als therapeutisch notwendig erachten und dies gegebenenfalls mit anderen Fachleuten abstimmen, kann eine Behandlung mit Hypnose in Betracht gezogen werden.
