Sahur bezeichnet die Mahlzeit vor der Morgendämmerung, die während der Zeit des Seḥer eingenommen wird. Die Seḥer-Zeit ist der Zeitraum unmittelbar vor dem Imsāk – also kurz vor dem Beginn des Morgengebets (Ṣalāt al-Fajr) und dem Beginn des Fastens.

Das Aufstehen zum Sahur ist keine Bedingung (Sharṭ) für die Gültigkeit des Fastens, sondern eine Sunnah. Wenn man also keinen Sahur einnimmt, bleibt das Fasten rechtlich gültig (Ṣaḥīḥ). Allerdings handelt man dann nicht vollständig gemäß der Praxis des Propheten und verzichtet auf die Belohnung, die mit dem Befolgen der Sunnah verbunden ist. Der Prophet (Allahs Segen und Frieden seien auf ihm) selbst nahm Sahur ein und empfahl dies auch seiner Gemeinschaft.

In einem Hadith sagte der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Frieden seien auf ihm):

„Nehmt Sahur ein, denn im Sahur liegt Segen (Barakah).“
(al-Bukhārī, Ṣawm, 20; Muslim, Ṣiyām, 45)

In einem anderen Hadith sagte er:

„Sucht Kraft für das Fasten des Tages durch die Mahlzeit vor der Morgendämmerung (Sahur) und für das Nachtgebet (Tahajjud) durch ein kurzes Nickerchen (Qaylūlah).“
(Ibn Mājah, Ṣiyām, 22)

Die Mahlzeit vor der Morgendämmerung gibt dem Fastenden körperliche Kraft, wodurch das Fasten leichter und besser durchführbar wird.

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