Details  zur Frage: Ich erstelle digitale Designs und verkaufe diese auf einer Online-Plattform. Unter meinen Designs befinden sich auch solche mit Bezug zu ʿĪsā (Jesus, Friede sei mit ihm) sowie Zitate aus dem Evangelium. Ich lebe in den Vereinigten Staaten, und meine Kundschaft besteht größtenteils aus Christen. Ist es zulässig, Designs zu erstellen und zu verkaufen, die sich auf nichtislamische Glaubensinhalte beziehen?

Antwort: Zunächst ist festzuhalten, dass der Prophet ʿĪsā (Jesus, Friede sei mit ihm) auch unser Prophet ist und das Evangelium ebenfalls unser Buch ist. Allerdings ist – wie es im Qurʾān und in den Überlieferungen des Propheten (Friede und Segen seien auf ihm) dargelegt wird – im Evangelium und in den Lehren von ʿĪsā (Friede sei mit ihm) eine Verfälschung (Taḥrīf) eingetreten, das heißt Veränderungen, die in späteren Zeiten durch menschliches Zutun vorgenommen wurden. In den Bereichen, die nicht verfälscht wurden, glauben wir jedoch an ihre Wahrhaftigkeit.

Der Gesandte Allahs (Friede und Segen seien auf ihm) sagte: „Bestätigt nicht und verwerft nicht das, was die Leute der Schrift (Juden und Christen) euch (über ihre Bücher und ihre Religion) mitteilen. Sagt vielmehr: ‚Wir glauben an Allah und an das, was uns offenbart wurde‘ (in einer anderen Überlieferung: ‚und an die Propheten‘).“ (al-Buḫārī, Tafsīr al-Qurʾān, Sure al-Baqara, 136)

In einer anderen Überlieferung heißt es ergänzend: „Wenn ihr so handelt und das, was sie sagen, wahr ist, so habt ihr es nicht geleugnet; ist es jedoch falsch, so habt ihr es nicht bestätigt.“ (Abū Dāwūd, ʿIlm, 2)

Ebenso übermitteln sowohl der Qurʾān als auch die Hadithe Berichte aus früheren Offenbarungsschriften und von früheren Propheten und stellen deren Wahrhaftigkeit heraus.

Ausgehend davon lässt sich sagen: Ein Muslim sollte das, was er produziert, durch den Maßstab seiner eigenen Glaubenslehre (ʿAqīda) prüfen. Aussagen, die nicht mit der islamischen Glaubenslehre übereinstimmen – unabhängig davon, von wem sie stammen – sollten nicht verwendet werden. Aussagen hingegen, die mit unserer Glaubenslehre im Einklang stehen, können ohne Bedenken verwendet werden, gleichgültig, von wem sie stammen.

Dementsprechend besteht kein Einwand dagegen, Inhalte und Aussagen zu produzieren und zu verkaufen, die nicht im Widerspruch zu unserer Religion und unserer Glaubensüberzeugung stehen. Dass diese innerhalb einer anderen Religion geglaubt werden, macht sie nicht automatisch falsch. Daher ist auch die Annahme unzutreffend, man würde dadurch die betreffende Religion unterstützen. Vielmehr handelt es sich hierbei um gemeinsame Schnittmengen zwischen ihnen und uns.

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