Medizinisches Wissen hat sich seit jeher durch bestimmte Erfahrungen angesammelt; Generationen haben jeweils von den Erfahrungen und dem Wissen der vorhergehenden profitiert. Unter heutigen Bedingungen wird dieses Wissen auf akademischem Niveau über Universitäten erworben. Daneben werden auch einige auf Erfahrung beruhende traditionelle Behandlungsmethoden angewandt. Wenn mit dem Ausdruck „eine Hand nehmen und weitergeben“ eine solche Weitergabe von Erfahrung gemeint ist, besteht dagegen kein Einwand.
Ebenso ist es im Hinblick auf die Heilung verschiedener Krankheiten unbedenklich, sofern man innerhalb der durch den Qur’an und die Sunna gesetzten Grenzen bleibt und nicht vergisst – und auch andere nicht vergessen lässt –, dass die eigentliche Heilung allein von Allah kommt, Bittgebete aus dem Qur’an und der Sunna zu rezitieren oder solche von sachkundigen Personen zu erlernen und anzuwenden. Eine Form von „Heilpraxis“ in diesem Sinne ist, solange sie sich im legitimen Rahmen bewegt, nicht zu beanstanden.
Abgesehen jedoch von erfahrungsbasierter medizinischer Kenntnis und Bittgebeten ist es nicht möglich, Praktiken wie Bioenergie, Reiki oder das „Empfangen einer Hand“ von sogenannten traditionellen Heilern (Ocaklı) – sei es als Ausfluss fernöstlicher Glaubenssysteme oder als Fortsetzung alter türkischer Glaubensvorstellungen – sowie moderne spirituelle Strömungen, die unter Begriffen wie „Heilung“ oder „Weitergabe einer heilenden Hand“ auftreten, mit unserer Religion in Einklang zu bringen.
