Die Dialysebehandlung bei Patientinnen und Patienten mit Niereninsuffizienz erfolgt in zwei Formen: Peritonealdialyse und Hämodialyse.
Die Peritonealdialyse ist ein Verfahren, bei dem mithilfe einer speziellen Lösung, die in die Bauchhöhle eingebracht wird, unter Nutzung des eigenen Bauchfells (Peritoneums) das Blut von schädlichen Substanzen gereinigt und der Flüssigkeitshaushalt reguliert wird. Da bei diesem Verfahren eine zuckerhaltige Lösung in den Körper eingeführt wird, wird das Fasten ungültig. Patientinnen und Patienten, die eine Peritonealdialyse erhalten, können – sofern keine weiteren schwerwiegenden Erkrankungen vorliegen und die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt es für vertretbar hält – die Behandlung zwischen Iftar und Imsak durchführen lassen und tagsüber fasten.
Die Hämodialyse hingegen ist ein Verfahren, bei dem das Blut außerhalb des Körpers mithilfe einer Maschine gereinigt und anschließend wieder in den Körper zurückgeführt wird. Das Blut wird über eine Nadel aus dem Arm entnommen, kontinuierlich durch einen Filter (Dialysator) geleitet, der schädliche Stoffe und überschüssige Flüssigkeit entfernt, und danach über eine zweite Nadel wieder in den Blutkreislauf zurückgeführt. Während dieses Vorgangs können mitunter auch nährstoffhaltige Flüssigkeiten verabreicht werden. Gelangen dabei Glukose oder vergleichbare nährende Substanzen in den Körper, wird das Fasten ungültig.
Wird die Hämodialyse jedoch ohne die Gabe von Flüssigkeiten oder Substanzen mit Nährwert durchgeführt, so wird das Fasten nicht ungültig. Bei anderen Dialyseformen hingegen wird das Fasten aufgrund der Zufuhr nährender Flüssigkeiten aufgehoben.
Da der gesundheitliche Zustand von Dialysepatientinnen und -patienten unterschiedlich ist, sollten diejenigen, die fasten möchten, unbedingt ihre behandelnde Ärztin bzw. ihren behandelnden Arzt konsultieren. Hält die Ärztin oder der Arzt das Fasten medizinisch für vertretbar, kann gefastet werden. Besteht jedoch die Gefahr einer ernsthaften Mangelernährung, ist es angemessener, auf das Fasten zu verzichten.
