Zornigwerden und Streit machen das Fasten nicht ungültig. Allerdings vermindert ein solches Verhalten die Tugend und den geistigen Wert des Fastens.
Zu den wichtigen Anstandsregeln des Fastens gehört es, neben dem Magen gewissermaßen auch alle Glieder und Sinne fasten zu lassen. Der Mensch besitzt außer dem Magen zahlreiche Organe, Fähigkeiten und Sinne wie das Auge, das Ohr, das Herz, die Vorstellungskraft und den Verstand. Während des Fastens soll er all diese Fähigkeiten von Sinnlosem und von Verbotenem fernhalten und jedes einzelne auf seine ihm eigene Aufgabe der Gottesverehrung und Dienerschaft ausrichten.
So soll man beispielsweise die Zunge von Lüge, übler Nachrede sowie von groben und unschönen Worten fernhalten und sie stattdessen mit Dingen wie der Rezitation des Qur’ān, dem Gedenken Gottes (Dhikr), dem Preisen Gottes (Tasbīḥ), dem Senden von Segenswünschen (Ṣalawāt) und dem Bitten um Vergebung (Istighfār) beschäftigen.
