Den Qurʾān zu rezitieren, ihn mit dem Bemühen um Verständnis zu lesen und über seine Bedeutungen nachzudenken (Tadabbur), gehört zu den bedeutendsten Formen der gottesdienstlichen Hingabe. Der Gesandte Allahs (sallallahu ʿalayhi wa sallam), der sich ohnehin beständig mit dem Qurʾān beschäftigte, intensivierte diese Beschäftigung im Ramadan noch weiter.

Es ist eine sehr schöne und bewährte Praxis, den Qurʾān im Ramadan mindestens einmal vollständig von Anfang bis Ende zu lesen. Wie oben erwähnt, entspricht dies auch der Sunna des Propheten (sallallahu ʿalayhi wa sallam). Eine eigenständige, speziell definierte gottesdienstliche Handlung unter der Bezeichnung „Ramadan-Hatm“ existiert jedoch nicht.

Daher ist es wichtiger, sich nicht vorrangig mit Fragen wie dem Beginn eines Hatm vor dem Ramadan oder dessen Abschluss nach dem Ramadan zu beschäftigen, sondern vielmehr stets mit dem Wort unseres Herrn verbunden zu bleiben, diese Verbundenheit im Ramadan zu intensivieren und über seine Bedeutungen nachzusinnen. Wer kein Arabisch beherrscht, sollte den Qurʾān zusammen mit einer Übersetzung oder einem Tafsir lesen, um ihn besser zu verstehen und möglichst umfassend von seiner geistlichen Atmosphäre zu profitieren.

Den Qurʾān im Ramadan mindestens einmal vollständig zu rezitieren, ist sehr verdienstvoll. Wenn es möglich ist, sollte man zudem Wege suchen, diese Rezitation weiter zu vermehren.

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